Spritzanleitung für den ERGELIT-Trockenmörtel Kombina 35 F im Naßspritzverfahren
Produktbeschreibung:
Der Beschichtungs- und Sanierungsmörtel Kombina 35 F ist ein zementgebundener, durch organische und anorganische Zusätze vergüteter früh- und ölfester Trockenmörtel mit der Körnung < 3,5 mm, der zusätzlich mit Fasern versetzt ist. Sämtliche Mörteleigenschaften sind im technischen Merkblatt aufgeführt.
Anforderungen an den Betonuntergrund:
Der Beton- und Stahlbetonuntergrund soll frei sein von
- ausgehärteten Zementschlämmen
- Fehlstellen, wie z.B. Kiesnestern
- Altbeschichtungen
- Ausblühungen bzw. Aussinterungen
- Graten ( aus optischen Gründen )
- Losen Teilen, z.B. schollenförmige Abplatzungen aufgrund zu geringer Betonüberdeckung über der Bewehrung.
- Fremdstoffen, z.B. Öl, Schalöl, Fett, Paraffine, Chloride, Sulfate, Trennmittel, Hydrophobierungen und sonstige Verunreinigungen.
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Der Untergrund darf nicht absanden und soll keine Lunker aufweisen. Der Betonuntergrund
muß eine rauhe und griffige Oberfläche aufweisen, d.h., das Korn soll sichtbar sein.
Der zu beschichtende Beton soll die Bedingungen der Festigkeitsklasse eines B 25 nach DIN 1045 erfüllen.
Kontrolle mittels Rückprallhammer. Bei einer Festigkeit <B25 ist Rücksprache zu halten.
Die Zugfestigkeit des Untergrundes soll i. M. 1.5 N/qmm und einem kleinsten Einzelwert von > 1,0 N/qmm nach DafStb - Rili SIB
aufweisen ( Ausgabe August 90, Teil 1 + 2) Die geforderte Betonüberdeckung gem. DIN 1045 sollte vorhanden sein.
Freiliegende Bewehrungsstähle sind mittels Nadelhammer augenscheinlich zu entrosten und anschließend mit einer Kombina 35 F - Schlämme zu bestreichen, um einen langfristigen Korrosionsschutz zu erzielen. Vorhandene Risse sind kraftschlüssig zu schließen. Die Oberflächentemperatur muß > 1 Grad C. vor dem Beschichten aufweisen, d. h., es darf keine Eisbildung an der Oberfläche vorhanden sein.
Vorbereitung des
Betonuntergrundes:
Um die o. aufgeführten Kriterien zu erfüllen ist die Betonoberfläche
sand- bzw. höchstdruckwasserzustrahlen. Nach dem Strahlen sind
Fehlstellen von Hand mit Kombina 35F auszuspachteln.
Der Untergrund muß vor der Beschichtung bis zur Wassersättigung
vorgenäßt werden, da sonst dem Zementleim das zur Erhärtung notwendige
Anmachwasser entzogen wird.
Das Porensystem des Betonuntergrundes darf so viel Wasser aufnehmen, daß nach augenscheinlicher Betrachtung die Oberfläche glänzend wirkt. Die Oberfläche soll aber keinen tropfbaren Wasserfilm aufweisen. Um eine optimale Befeuchtung zu erzielen, ist es anzuraten vor Aufbringen des Mörtels die Betonoberfläche mittels eines Wasserberieselungssystemes 24 Stunden lang zu bewässern.
Beschichten des vorbereiteten
Betonuntergrundes:
Das Beschichten des Betonuntergrundes geschieht im Naßspritzverfahren. Der Trockenmörtel Kombina 35 F wird möglichst am Verarbeitungsort mittels Zwangsmischgeräten bei einer Wasserzugabe von 12% - 16% bezogen auf das Trockenmörtelgewicht homogen gemischt. Die Konsistenz sollte sich im plastischen Bereich einstellen. Die Gesamtmischdauer für das Kombina 35 F beträgt ca. 3 Minuten. Der so vorgemischte Mörtel wird über eine Schneckenpumpe und entsprechende Mörtelhochdruckschläuchen im Dichtstrom zu einer Spritzdüse gefördert, an deren Ende Luft mittels eines Kompressors zugeleitet wird. Die Mörtelschläuche sollten einen Innendurchmesser von 25 mm nicht unterschreiten. Der Pumpendruck, der für den Mörteltransport in den Schläuchen notwendig ist, beträgt bei einem Schlauchdurchmesser von einem Zoll und einer Länge von 10 Metern ca. 8 -12 bar. Bei längeren Schlauchleitungen kann der Pumpendruck bis zu 40 bar oder höher ansteigen. Der Druck ist an einem an der Pumpe installierten Druckmanometer abzulesen.
Der Spritzdüsenkopf hat einen Austrittsdurchmesser von 8 - 16 mm.
Zuerst wird eine Haftbrücke in einer Dicke von ca. 2 mm aufgebracht, indem man den Mörtel über die Spritzdüse luftdruckunterstützt in einem Arbeitsgang in kreisförmiger Drehbewegung mit ca. 3 - 5 bar aufspritzt, wobei die Spritzdüse immer senkrecht zum Untergrund und in einem Wandabstand von ca. 50 cm zu führen ist.
Je nach Baustellenbeschaffenheit kann aber das Kombina 35 F auch auf den befeuchteten Untergrund mittels Bürstverfahren als Haftuntergrund intensiv eingearbeitet werden. Die Haftbrücke ist rauh zu belassen und vor dem Beschichten zu nässen. Sie darf zwischen den einzelnen Schichten nicht abtrocknen, d. h. nicht hell werden. Je nach geforderter Beschichtungsstärke wird das beschriebene Beschichtungsverfahren möglichst Naß in Naß in mehreren Arbeitsgängen wiederholt, wobei die max. Frischmörtelspritzdicke eines Arbeitsganges 5 bis 10 mm betragen sollte. Sprühnebelfilmbildungen auf noch zu beschichtenden Flächen sollen vermieden, bzw. durch Abwaschen beseitigt werden. Die Verarbeitungszeit des Frischmörtels beträgt ca. 40 - 60 Minuten, bei einer Außentemperatur von 20 Grad C. Höhere Temperaturen verkürzen die Verarbeitungszeit. Es ist darauf zu achten, daß die Mörtelschläuche keiner intensiven Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden und dass Spritz- und Pumppausen bei hohen Umgebungstemperaturen max. 10 Minuten betragen dürfen, da der Mörtel unter hohem Druck und hohen Temperaturen schneller hydratisiert und es zu Verstopfungen im Mörtelschlauchsystem kommen kann. Zwischen dem Auftragen von 2 Schichten sollte nicht mehr als 1 Tag, aber mindestens 2 - 3 Stunden liegen. Die Oberfläche ist stets so zu befeuchten, dass sie vor der nächsten Beschichtung glänzend wirkt. Ist mehr als ein Tag abzusehen, ist der Untergrund mittels eines Zahnspachtels wellenförmig zu strukturieren, um der Folgeschicht ein ausreichendes Oberflächenrelief zu bieten. Eine trocknen der Oberfläche während dieser Zeit ist zu vermeiden (Abdecken, keine Zugluft, keine Wärmequelle). Sollte sich bedingt durch längere Stillstandszeiten trotzdem eine Zementleimhaut gebildet haben, so ist diese wahlweise mittels Sand- oder Hochdruckwasserstrahlen wieder aufzurauhen, da sie stets eine Trennschicht darstellt.
Die Oberfläche zwischen den einzelnen Schichten darf nicht geglättet werden, lediglich die Abschlußbeschichtung, wobei kurz vor dem Glätten mit einem Edelstahlglätter die Oberfläche mittels Feinbesen od. Quast abgezogen wird, um Luft- bzw. Wassereinschlüsse während des Glättvorganges zu vermeiden. Bei stark korrodierten und demnach zerklüfteten Oberflächen ist der Frischmörtel nach dem 1. bzw. 2. Beschichtungsvorgang mittels Bürstverfahren zu egalisieren, um nach Abschluß der Beschichtung ein homogenes Spritzbild zu erzielen. Bauwerksfugen sind zu übernehmen und dauerelastisch auszubilden. Der Materialverbrauch des Kombina 35F beträgt 21 kg/ qm bei einer Beschichtungsdicke von 10 mm, wobei ein Rückprallverlust von ca. 3% einzurechnen ist.
Nachbehandlung der Mörtelbeschichtung:
Die fertige Beschichtungsoberfläche ist grundsätzlich vor einem zu schnellen Austrocknen zu schützen.
Eine kontinuierliche Nachbefeuchtung ist über einen Zeitraum von mindestens 7 Tagen notwendig.
Die fertigen Oberflächen werden entweder mit nassen Tüchern oder nassen Laken abgedeckt und diese mit Kunststoffolie gegen das Austrocknen geschützt oder mittels Wasserberieselungsanlage bewässert. Der frische Mörtel darf erst mit Wasser berieselt werden, wenn die Festigkeit > 5N/mm² beträgt. Bei 20° C ist dieser Wert nach 20 Stunden erreicht. Das Porensystem des beschichteten Untergrundes darf so viel Wasser aufnehmen, daß nach augenscheinlicher Betrachtung die Oberfläche glänzend wirkt. Die Oberfläche soll aber keinen tropfbaren Wasserfilm aufweisen.
Starker Wind, Durchzug, sowie intensive Sonneneinstrahlung wirken sich negativ auf den Erhärtungsvorgang des Mörtels aus. ( Gefahr der Schwindrißbildung )
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