Auftraggeber
Stadtgemeinde Stockerau Rathausplatz 1 A-2000 Stockerau |
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Planer
Ingenieurbüro Lengyel DI Josef Kitzberger Rennweg 46-50, Stiege 1/Top 2 A-1030 Wien |
Ausführende Firma
STRABAG AG Bereich Kanaltechnik Wienerstraße 24 A-3382 Loosdorf |
Örtlichkeit
180 lfm Ei-Profil-Kanal 600/900 Schillerstraße A-2000 Stockerau |
Im Frühjahr 2009 brachte die Stadtgemeinde Stockerau, vertreten durch das Ingenieurbüro Lengyel, im Zuge einer umfangreichen Kanalsanierungsausschreibung auch die grabenlose Sanierung des Kanals in der Schillerstraße zur Ausschreibung.
Die Schillerstraße ist eine im Zentrum von Stockerau gelegene Einbahnstraße mit mäßigem Verkehrsaufkommen. Der Kanal ist in einer Tiefe von ca. 3m verlegt und verfügt über 4 Zugangsschächte mit beengten Platzverhältnissen (60 x 60 cm). Es handelt sich um einen Seitenstrang mit geringer hydraulischer Belastung.
Kanalzustand - Überlegungen des Auftraggebers – Planers
- Ei 600/900 Ortbeton
- leichte Korrosion der Oberfläche
- vereinzelt leichte Rißbildung – Standsicherheit gegeben
- alle Anschlüsse blind einmündend (ausgebrochen)
- Dichtheit nicht gegeben
Der Kanal war zwar allgemein in noch gutem Zustand, wurde aber wegen seiner Undichtheit und beginnender Betonkorrosion in das Sanierungskonzept aufgenommen. Obwohl es sich um einen hydraulisch gering belasteten Seitenstrang handelte, wollte man, weil das Abflussverhalten des Ei-Profil-Kanals sehr gut ist, aus Gründen von Rückstaureserven den vollen Querschnitt erhalten.
Auf Grund der sehr geringen biologischen Belastung (nur kommunales Abwasser) wurde aus wirtschaftlichen Überlegungen dem Mörtel-Anschleuderverfahren gegenüber eines Schlauch-Inliners der Vorzug gegeben.
Systembeschreibung - Geräteaufbau
- Mörtelmischer
- Mörtelpumpe mit einer maximalen Leistung von 16 l/min
- Druckleitung
- Schleuderkopf mit 5000 Umdrehungen/min auf gezogenen Fahrwagen
- geschwindigkeitsregelbare Ziehwinde
- Versorgungsgeräte
- verwendetes Material: ERGELIT-KS 1
Fahrwagen mit Schleuderkopf
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Arbeitsablauf - Vorarbeiten
Nach der Kanalreinigung wurde eine spezielle Behandlung der Oberfläche mit Wasserhochdruck durchgeführt. Dabei wurden je nach Rohrzustand entweder lose korrodierte Betonteile entfernt, bzw. ein tragfähiger Untergrund für die Beschichtung hergestellt. Dazu kam eine rotierende Düse mit einer Leistung von 390 l/min bei 140 bar zum Einsatz. Um den Abstand zur Oberfläche konstant auf 20 – 25 cm zu halten, wurde die Düse dabei auf einen Fahrwagen positioniert. Da das Ei-Profil aus 2 verschiedenen Radien besteht, war der Durchlauf der Oberflächenbehandlung 2-malig mit einer Geschwindigkeit von ca. 30 cm/min erforderlich.
Im Nachgang wurde das abgestrahlte Material mit einem herkömmlichen Kanalspülwagen entfernt.
Arbeitsablauf - Reprofilierung
Die bereits vorher vorhandenen, oder im Zuge der Oberfächenbehandlung entstandenen Fehlstellen, wurden mit Ergelit-KS 1 manuell ausgeglichen und verspachtelt.
Oberfläche nach Reinigung
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Oberfläche nach Reprofilierung
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Arbeitsablauf - Beschichtung
Nach dem Aufbau einer vollständigen Wasserhaltung und einer nochmaligen Kanalreinigung, konnte die Beschichtung vorgenommen werden. Der Schleuderkopf wurde so am Fahrwagen positioniert, dass er zentral durch das Profil geführt werden konnte, um so die gleichmäßige Beschichtung des Rohres zu gewährleisten.
Um die geforderte Beschichtungsstärke von 10 mm zu erreichen, mussten 50 kg Material pro lfm aufgebracht werden. Das ergibt bei der höchsten Leistungsstufe der Mörtelpumpe, eine Ziehgeschwindigkeit von ca. 0,5 m/min.
Arbeitsablauf - Nachbehandlung
Um die Beschichtung vor zu rascher Aushärtung zu schützen, wurden anschließend die Kanaldeckel geschlossen und abgedichtet.
Systemgrenzen
Da die Arbeiten im Hochsommer, bei sehr großer Hitze durchgeführt wurden, ist man im Zuge der Arbeiten auch an die Leistungsgrenzen des Systems gestoßen. Weil die Haltungslängen bis zu 65 m betrugen, und die Förderleitungen entsprechend lang waren, mussten die Arbeiten bei Außentemperaturen < 15°C fortgesetzt werden, um die Pumpfähigkeit des sehr rasch abbindenden Materiales sicherzustellen.
Weiters kann es in manchen Fällen notwendig sein, die Materialeigenschaften seitens des Herstellers, in Bezug auf Verlangsamung der Abbindezeit, zu verändern.
Resümee
Unter Beachtung der Systemgrenzen, und bei penibler Durchführung der Vor- und Nebenarbeiten, liefert das System ein sehr ordentliches und ansehnliches Ergebnis.
Auch die wirtschaftlichen Überlegungen sind bei dem gegenständigen Projekt, auf Grund des Zustands und künftigem Anforderungsprofil des Kanals, durchaus überlegenswert.
Die Gesamtkosten für die Mörtelauskleidung liegen bei ca. 50 – 60 % einer herkömmlichen Schlauch-Inliner-Sanierung.
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