Fremdwasser belastet die Kläranlagen und ist häufig auch eine Ursache dafür, dass die Abwasserreinigung nicht die gewünschten Ergebnisse liefert. Seit 2006 ist für alle Klärwerksbetreiber eine neue EU-Richtlinie verbindlich. Vor dem Hintergrund dieser inzwischen weitgehend bekannten Europäischen Wasserrahmenrichtlinie arbeiten viele Kommunen bereits verstärkt an der Abdichtung ihrer Abwasserschächte und Bauwerke, um den Fremdwasserzufluss einzudämmen. So auch bei den Innsbrucker Kommunalbetrieben oder beim Wasserverband Wörthersee Ost.
Erste Sanierungsaufgaben waren Abwasserschächte. Je nach Wasserstand sprudelte das Fremdwasser förmlich in den gesamten Schachtbereich ein.
IKB: Zu erkennen, die Wasserinfiltrationen im unteren Bereich des Schachtbauwerks der Innsbrucker Kommunalbetriebe.
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IKB: Auf diesem Photo sind Vorarbeiten durchgeführt worden. Erkennbar ist die Injektion.
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Die Schachtsanierung
erfolgte im modernen KS-ASS Verfahren. Die einzelnen Arbeitsschritte
werden im Folgenden kurz besprochen:
Zunächst wurde der Abwasserschacht mit der TSSR, einer zur Maschinenausrüstung
des KS-ASS Verfahrens gehörenden Turbo-Schacht-Spezial-Reinigungsdüse grundgereinigt.
Die TSSR wird hierfür jeweils auf den vorhandenen Schachtdurchmesser eingestellt
und abgestimmt, um eine gleichmäßige, gründliche und effektive Reinigung
der Schachtwandung zu erzielen. Ein manuelles Nachreinigen
der Wände ist erfahrungsgemäß in der Regel nicht mehr erforderlich. In Innsbruck
waren die vorhandenen Steigeisen in gutem Zustand, so dass diese nur abgeklebt
werden mussten, um sie vor der späteren Mörtelbeschichtung
zu schützen. Durch die fachgerechte, gründliche Reinigung konnten sämtliche
manuellen Vorarbeiten, wie z.B. punktuelle bzw. flächige Abdichtung, Reprofilierungen
und Injektionen bedarfsgerecht ausgeführt werden. Wie erwartet, konnten
durch ERGELIT 10SD die starken Wassereinbrüche innerhalb kürzester Zeit gestoppt werden konnten. Zwei Mitarbeiter arbeiteten
am Schacht. Einer gab von oben den Mörtel an und sicherte seinen Kollegen
im Schacht. Bei den Schächten in Innsbruck musste mit ERGELIT KBi eine Injektion
gegen eindringendes Grundwasser durchgeführt werden. Bei dem genannten Material
handelt es sich um einen zementgebundenen, durch organische
und anorganische Zusätze vergüteten, 1-komponentigen Injektionsmörtel. Am
Sanierungstag war der Grundwasserstand relativ niedrig, was alle Arbeitsschritte
begünstigte.
Jetzt erfolgte das Anschleudern des ERGELIT Sanierungsmörtels nach dem KS-ASS Verfahren. Ein über eine Pumpe mit dem Spezialmörtel ERGELIT KS1 beschickter, rotierender Schleuderkopf wird im Kanalschacht so auf und ab gefahren, dass die Schachtwandung mit der erwünschten Schichtdicke des Mörtels saniert wird. Durch dem mit ca. 5000 Umdrehungen/min rotierenden Schleuderkopf wird der Frischmörtel hoch verdichtet. Die im beschriebenen Fall aufgetragenen 10mm Mörtel (u.a. lt. GSTT Nr. 18) wurden innerhalb von 35 Minuten aufgetragen. Das KS-ASS Verfahren ist das einzige Sanierungsverfahren dieser Art, das eine DiBT Zulassung hat, und dessen Wasserdichtigkeit bei einer Wassersäule von 20m nachgewiesen wurde. Im Zuge der DiBT Zulassung wurde auch die Korrosionsfestigkeit des hier verwendeten ERGELIT KS1 überprüft.
Wenn man diese Prüfung auf die hier herrschenden Bedingungen überträgt, ergibt sich eine Haltbarkeit von über 500 Jahren.
Nachdem Mischer und Pumpe der KS-ASS Anlage gesäubert waren, wurden die
Steigeisen gesäubert und der Schacht dem Wasserverband Wörthersee Ost,
vertreten durch Herrn Dipl. Ing. Holzmann, wieder zur Nutzung übergeben.
Zu einer guten dauerhaften Beschichtung gehört auch eine fachgerechte Nachbehandlung.
Hierzu wurde der Schachtdeckel für zwei Wochen mit einer Folie unterlegt
um eine ordnungsgemäße Hydratation zu ermöglichen.
WV Wörthersee Ost: Das Beschichtungsbild ist von der Oberflächenstruktur vergleichbar mit einer Orangenhaut, die nicht nachgeglättet werden muss.
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WV Wörhtersee Ost: Das Unterlegen einer PE-Folie ist eine einfache aber effektive Form der Nachbehandlung, durch die der Abbindevorgang des Materials positiv beeinflusst wird.
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Der Mörtel konnte so in Ruhe und ohne zu schnelle Austrocknung hydratisieren. Durch diesen chemischen Prozess verwächst die neue Beschichtung mit dem alten Beton. Die Kristallbildung hat auch zur Folge, dass der Mörtel im Laufe der Zeit immer dichter und fester wird. Obgleich nach 28 Tagen die Nenneigenschaften d.h. die volle Belastbarkeit des Mörtels erreicht ist, setzt sich natürlich der Vorgang auch noch in den folgenden Monaten messbar fort. Erst nach ca. 6 Monaten ist dieser Prozess bei ERGELIT Qualitäten zu mehr als 95% abgeschlossen.
Schnelligkeit, kurze Betriebsunterbrechung, gepaart mit unbestrittener Dauerhaftigkeit der Sanierung, Referenzen liegen seit mehr als 25 Jahren vor, das ist der Weg, der jede Schachtsanierung zu einem Erfolg macht. ERGELIT Trockenmörtel in Verbindung mit dem technologisch hochentwickelten KS-ASS Verfahren garantieren Auftraggebern diesen Erfolg.
Ausblick
Die neue EU Richtlinie stellt die Betreiber von Abwasserbauwerken vor neue Herausforderungen. Das gilt insbesondere für die Finanzierung.
Könnte der Fremdwasserzufluss, ähnlich wie vielerorts bereits das Regenwasser,
Teil der Verbrauchsabrechnung sein, könnte mit den so erhobenen Beiträgen die Beseitigung von Undichtigkeiten in Abwasserbauwerken
finanziert werden. Der ungeregelte Zufluss von Fremdwasser belastet
die Klärleistung der Kläranlagen, verteuert sie also und/oder Flüsse und Seen verschmutzen
mehr. Das Verdrängen von Fremdwasser aus dem Klärwerkskreislauf würde umgekehrt
die Klärleistung erhöhen (Flüsse und Seen würden sauberer) und Kosten ersparen.
Diese Ersparnis wiederum könnte die Verbrauchsabrechnung verringern. Eine
zunächst offensichtliche Kostenerhöhung für den Verbraucher führt in der
Konsequenz zu Ersparnissen. Ohne Zweifel wäre es bei der seit einigen Jahren
fast überall reformierten Struktur der Abwasserbetriebe und Verbände leicht
möglich, solche Ersparnisse tatsächlich weiterzugeben. Die Beitragserhebung
für Fremdwasserzufluss hätte volkswirtschaftlich noch einen beachtenswerten
Nebeneffekt. Sie schafft sehr kurzfristig für einen
langen Zeitraum Arbeitsplätze mit allen wünschenswerten Begleiterscheinungen,
auch für kostenpflichtige Verbraucher.
Anwendungsberater Michael Plötzeneder, SIVV Zertifiziert