Hochwertige, frostbeständige, schnellbindende, hochfließfähig bis plastisch anzumachende und umweltfreundliche Trockenmörtel machten es möglich, dass die konventionelle Schachtrahmenanhebung mit Presslufthammer, Unterlegkeilen und ähnlichen Hilfsmitteln seit über 25 Jahren mehr und mehr verdrängt wurde.
Grundlage: Hochwertige Trockenmörtel
Antriebskräfte für die Innovationen auf dem Sektor der Schachtrahmenregulierung waren einerseits der Kostendruck, der durch die aufwändige, und damit fehleranfällige Handarbeit bei konventioneller Schachtrahmenanhebung ständig größer wurde, andererseits die unaufhaltsam steigende Verkehrsdichte, die den Zeitfaktor für Störungen des Verkehrsflusses durch Reparaturen in den Vordergrund rückte. Eine zweischichtige Aufgabe war gestellt: Kostenreduzierung durch Verfahrensoptimierung und Rationalisierung in Verbindung mit der Minimierung von Verkehrsflussstörungen.
Zementmörteltechnologen erkannten in dieser Aufgabenstellung eine lohnende Herausforderung. Es galt auf der Basis vorhandener hochwertiger Vergussmörtel (z.B. Ankermörtel) einen Weg zu gehen, der verfahrenstechnisch im Straßen- und Tiefbau, speziell Kanalbau, neu war. Schon bald wurden zwei sehr schnelle, anwendungsreife Trockenmörtelsysteme von der ERGELIT GmbH, Alsfeld, und der Klöckner Bautechnik, Duisburg, vorgestellt.
Die Trockenmörtelentwicklung zeigte nun rasch die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten dieses Stoffes über den Aufgabenkreis der Schachtrahmenregulierung hinaus. Die Richtung hieß weitergehende Sanierung von Schächten und Leitungen.
Für die Schachtrahmenregulierung propagierte die ERGELIT GmbH durch ihre Partner bereits im Jahre 1981 die ERGELIT superfix Trockenmörtel. Diese Mörtel garantierten eine einfache Verarbeitung, variablen Einsatz bei Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankun- gen, den verlangten Zeitvorteil und die erforderliche Kraftschlüssigkeit zwischen Kanalschachtrahmen und Schachthals. Die hohe Fließfähigkeit der Sanierungsmörtel führte, gleichzeitig mit der kurzen Erhärtungsphase endlich zu entscheidender Reduzierung von Fehlern, die durch Flüchtigkeit bzw. Unachtsamkeit bei dem vor Ort Ausführenden bei den konventionellen Schachtrahmenregulierungen entstanden. Das neue, sehr schnelle und spannende Ver- fahren erforderte ständige Aufmerksamkeit über einen kurzen Zeitraum, und machte Fehler sofort offenbar.
KASPER Technologie stellte dem Markt ein QS-Handbuch zur Verfügung, und bietet ausführenden Firmen nach einer Zertifizierung durch KASPER Technologie eine verlängerte Gewährleistung.
Maschinen und Werkzeuge
+ Schalungen
Mit der Mörtelentwicklung, fast im Gleichschritt, begann die Entwicklung des Verfahrens "Schachtrahmenregulierung". Nach anfänglichen Experimenten, z.B. mit Kraftfahrzeugschläuchen entstanden spezielle Typen von Schlauchschalungen, um den Vergussmörtel in die Sanierungsfuge zwischen Unterkante des gehobenen Schachtrahmens und Schachthals zu füllen. Gebräuchlich sind heute Schlauchschalungen mit und ohne Dichtstreifen für runde Kanalschächte.
Es wurden aber auch Schalungen für Seiteneinläufe und eckige Schächte aus unterschiedlichen Materialien (Gummi, Blech) zur Einsatzreife gebracht.
+ Schachtrahmenheber
Selbstverständlich wurden auch vor 20 Jahren Schachtrahmen nicht nur mit Presslufthammer und Spitzhacke gelöst und auf Höhe gebracht. Die Entwicklung von Schachtrahmenhebegeräten hat jedoch mit der Entwicklung des eigentlichen Sanierungsverfahrens die entscheidenden Fortschritte gemacht. Mechanische Schachtrahmenheber bis zu einer Hubkraft von über 20 Tonnen, sind ebenso im Einsatz wie hydraulische oder motorische Heber mit Hubkräften bis zu 50 Tonnen.
+ Materialauffangtassen
Beim Anheben des Schachtrahmens bzw. der Aufbereitung des auszugießenden Spaltes unter dem Geschränk hinabfallende Materialbrocken oder alte Unterstopfungsteile konnten bald durch die Entwicklung von Materialauffangtassen aufgefangen werden. Diese Tassen sind sehr leicht (Einmann- Bedienung) unterhalb der Sanierungsstelle zu installieren und verhindern das Hinabfallen von Materialien auf den Schachtgrund.
Lästiges und gefährliches Einsteigen in die Schächte gehörte somit bei diesen Arbeiten zur Vergangenheit.
+ Niveauhalter
Abgesackte Schachtrahmen werden mit Schachtrahmenhebegeräten annähernd auf das ursprüngliche Niveau angehoben. Für die exakte Höhenniveaubestimmung wurden und werden unterschiedliche Hilfsmittel benutzt. Sehr bewährt hat sich die Dreipunkt-Justiervorrichtung mit drei mind. 35cm langen Tragarmen und einem Nivellierungsspielraum von -5 bis +55mm.
Die Justierung ist schneller und exakter. Besonders beim Neubau oder bei der Auswechselung von Schachtrahmen kann durch sie auf das technisch falsche, zu Fehlern führende Unterlegen des Schachtrahmens mit Steinen, oder schlimmer noch, Holzkeilen verzichtet werden. Die Justiervorrichtung erlaubt es, den gesamten zu sanierenden Spalt zwischen Schachtrahmen und Schachthals, ohne Störung des Mörtelflusses mit frühhochfestem Trockenmörtel auszugießen.
+ Schachtdeckelöffner
Das Anheben von Kanalschachtdeckeln auf der Baustelle mit unzureichenden Werkzeugen wie Spitzhacken oder Stangen birgt direkte und indirekte Gefahren (Fuß-, Bein-, Fingerverletzungen und Rückenschäden) in sich. Die Entwicklung des TITAN-ALU Schachtdeckelöffners behebt diese Gefahren. Der aus titanlegiertem Aluminium gefertigte, extrem biegefeste Universalhebel ist sehr variabel für runde oder eckige Schachtabdeckungen, zur Lockerung, zum Anheben oder Rutschtransport einzusetzen. Ein Krafteinsatz bis zu 2000 kg ist für den TITAN-ALU zulässig.
Eine andere technische Lösung für das Anheben und den kurzen Transport von Kanalschachtdeckeln auf der Baustelle wurde mit dem Universal-Schachtdeckelheber UDH-60 vorgestellt. Der UDH 60, mit seinen vom Bediener zu steuernden selbstspannenden Hebeklauen, überträgt seine Hebelwirkung über eine in zwei Rädern gelagerte Achse. Diese Einrichtung erleichtert das Wegrollen von Schachtrahmen vom unmittelbaren Sanierungsbereich. Zusätzliche Entwicklungen, wie der Allzweckdeckelheber DH 18 für besonders schwere Schachtdeckel, ergänzen die Werkzeugausstattung für die Schachtrahmensanierung.
+ Schachtrahmenschneidemaschinen
Zum sauberen wirtschaftlichen Ausschneiden von Schachtabdeckungen aus Asphalt oder Beton wurden Schachtrahmenschneidemaschinen konstruiert. Sie rationalisieren das Anheben von Schachtrahmen bei der Sanierung besonders dann, wenn der Schachtrahmen zum Abschluss mit Radialsteinen umpflastert wird, oder wenn es sich um Schachtabdeckungen mit Flansch handelt. Das gilt in Besonderheit nach der Fertigung neuer Tragschichten. Mit Benzinmotor angetriebene Schneidemaschinen, wie die DS 1400, sind für Schächte mit 60cm bis 140cm Durchmesser und variabler Schnitttiefe bis zu 16cm ausgelegt. Leicht auf der Baustelle transportierbar, eignen sich diese Maschinen besonders für den Einsatz bei größeren Maßnahmen. Eine ganz neue Entwicklung für exakte, runde Kantenschnitte wurde der Fachwelt im Jahr 2005 mit der RKS 20T vorgestellt. Die für den Sanierungsfall erdachte, sehr leichte, bedienungsfreundliche Maschine ist mit einem Elektromotor ausgestattet. Es sind Kreisschnitte von 80cm bis 150cm vorgesehen. Je nach Motorausstattung (1300 Watt / 2500 Watt), erreicht die RKS 20T mit ihrer konkaven Asphalttrennscheibe Schnitttiefen von 25mm bis 40mm.
Der hierdurch erreichbare saubere Schnitt trennt den Sanierungsbereich klar vom umgebenden Asphalt ab. Nur diese exakt abgegrenzte Schnittkante ermöglicht den erforderlichen Einbau von Fugenbändern.
+ Randarbeiten: Materialien
Das Verfahren "Schachtrahmenregulierung" wird erst durch ergänzende Materialien vervollständigt. Zu nennen sind hier VBT Dämpfungsringe, im Sprachgebrauch als "Antiklapper- ringe" bekannt. Eine vielbeachtete Neuentwicklung auf diesem Gebiet wurde als "Anti-Klapper- Einlage" vorgestellt. Es handelt sich um eine Knetmasse aus zwei umweltneutralen Kunststoffkomponenten, die als selbstaushärtende Paste wulstartig als Dämpfungsunterlage in die Schachtdeckelauflage bzw. in den Schachtrahmen eingebracht wird. Diese Zweikomponentenpaste gilt als vielseitige, hochwertige, von Durchmesser und Größe des Schachtrahmens völlig unabhängige Alternative zur Lärmdämpfung. Auch für die Behandlung der um den Schachtrahmen aufgebrochenen bzw. aufgeschnittenen Ränder stehen für das Verfahren Schachtrahmenregulierung geeignete Materialien zur Verfügung. Für diese Randarbeiten eignen sich je nach Ausmaß des Materialausbruchs bzw. Materialausschnittes Fugenbänder, Abdeckbänder und Schachtabdichtungsbänder. Für Risse und größere Einrandungen hat sich MSK-Flüssigasphalt bewährt. Bei größeren Sanierungsvorhaben empfiehlt sich der Einsatz von Heißasphalt (KASPER Technologie bietet auch Thermocontainer an.).
+ Ausblick
Die Schachtrahmenregulierung fällt für den Straßenbaulastträger in das Aufgabengebiet Verkehrssicherungspflicht. Sie ist deshalb für ausführende Firmen eine "Daueraufgabe" mit entsprechendem Nachfrageeffekt. Der daraus resultierende Wettbewerb hat bei Materiallieferanten und Maschinen- sowie Werkzeugbauern vielfältige Innovationen aus- gelöst. Die Fortführung der Innovationen wird inzwischen bei dieser Anbietergruppe zur "Daueraufgabe", möglicherweise ohne Erfolg in der Zukunft. Grund hiefür ist zunächst der Kostendruck, der durch die unbestritten schmalen Kassen von Straßenbaulastträgern am Baumarkt allgemein entstanden ist. Mehr noch zu beachten, weil volkswirtschaftlich folgenreich, die Auftragsvergabe nur noch an den billigsten Anbieter. Qualitätsmerkmale bewährter, innovativer Verfahren, die eine Sanierung dauerhaft preiswerter machen, finden immer seltener Beachtung. Die Anbieterseite versucht häufig durch nicht kostendeckende Preise zu reagieren. Teilweise wird versucht neue, nicht bessere Verfahren am Markt einzuführen. Bewährte, technisch ständig fortentwickelte Verfahren, die durch eine zweifelhafte Vergabepraxis plötzlich zu unattraktiveren Sanierungsverfahren werden, könnten zusammen mit dem hochstehenden "Know-how" im Wettbewerb untergehen, möglicherweise ganz vom Markt verschwinden.
Die hier angedeutete Situation hemmt die Innovationskraft für Verfahrensentwicklung nicht nur diesem Marktsegment. Das gilt allgemein, weil sich diese volkswirtschaftlich nicht zu rechtfertigende "Billigsucht" immer mehr auf der gesamten Nachfrageseite ausbreitet. Das führt zu Wettbewerbsverzerrungen, technologischem Rückschritt, Anbieterschwund und damit Arbeitsplatzverlusten.